In der Psychotherapie ist nichts so wirksam wie innere Achtsamkeit. Besonders im Zuge der neuen bildgebenden Verfahren in der Hirnforschung bekommt die Psychotherapie mit dem Konzept der Achtsamkeit neue Impulse: Uralte Geistestechniken und kontemplative Methoden, vor allem aus den Weisheitstraditionen des Ostens, erweisen sich selbst in einem säkulären Rahmen als wirksam und förderlich.

Das Alltagsbewusstsein ist kein wirksames Mittel, um tiefere Ebenen unseres Selbst zu erfahren und zu verändern. Deshalb steht man beim Ringen um Veränderung oft an dem Punkt, an dem das Problem mit dem Verstand durchaus gut erkannt wird, aber die Lösungsversuche nicht funktionieren.

Innere Achtsamkeit ist ein Bewusstseinszustand, der durch die Hingabe an das und die Akzeptanz dessen, was im Augenblick geschieht, entsteht: ein sanfte, kontinuierlich bewahrte Konzentration darauf, die Aufmerksamkeit nach innen zu richten, eine erhöhte Sensibilität sowie die Fähigkeit, die Bewusstseinsinhalte zu beobachten und zu benennen.
So werden in der eigenen Wahrnehmung Überzeugungen, Glaubenssätze, Gefühle und Anschauungen bewusst, die Selbstorganisation des eigenen Erlebens und Verhaltens wird erforscht. Es entsteht ein tiefes Verständnis des “rote Fadens”, der sich oft wie ein Webmuster durch viele Lebensbereiche und über viele Jahre hindurchzieht.

Allein die Bewusstwerdung dieses Geschehens transzendiert die ursprünglichen Muster. Durch einen solchen Kontakt mit den tiefen Schichten des Unbewussten können neue und verändernde Erfahrungen gemacht werden. Dann ist ein wirklicher Wandel möglich.

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