“Nur wer weiß, was er tut, kann tun, was er will.”

Moshé Feldenkrais

Die achtsamkeitszentrierte, erfahrungs- und körperorientierte Therapiearbeit eröffnet einen direkten Zugang zum Wesen und zum Kern unserer Ganzheit und dem „wahren Selbst“. Anstatt zu analysieren und schnelle Deutungen anzubieten, wird dem therapeutischen Geschehen Raum gelassen. Diese neue Ethik von Therapie ist von Gewaltlosigkeit geprägt, sie lässt sich vom unmittelbaren Erleben im Hier und Jetzt führen. Die Stärke dieser Art von Therapie liegt in ihrer Sanftheit und in ihrer Achtung von der Weisheit des Klienten. Das Wachsen und die Selbstentfaltung des Klienten, seine Antworten und Lösungen, sein Abschlüsse und neuen Schritte – das alles liegt in ihm.

Der Therapeut ist dazu da, um den Klienten in seinem Prozess zu unterstützen. Er hilft, den Weg zu finden, ist teilnehmender Begleiter und behutsamer „Geburtshelfer“ – nimmt teil am Prozess, ohne Gewalt, ohne Druck, nur mit Anteilnahme, der Weisheit und der Wahrhaftigkeit seines Menschseins. Mit Verständnis, Respekt und liebevoller, achtsamer Annahme schafft er eine angemessene Umgebung, in der Menschen gefahrlos wagen können, sich selbst und auch ihre Verletzlichkeit und ihre Schwächen zu zeigen. In der Achtsamkeit entsteht ein natürlicher Wachstums- und Entfaltungsprozess, der die Paradoxie des Wandels und der Heilung in sich trägt: Er ereignet sich erst dann, wenn alles so sein darf, wie es ist.

Elia Treppner